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Antworten auf einige besonders häufig gestellte Fragen finden Sie auch hier: https://logistikzentrum-konrad.de/faq.

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Guten Tag,
ich habe folgende Fragen:
1. Wurde die Option, in jedem der dezentralen bisherigen Zwischenlager für die bessere Zugänglichkeit zu den durcheinander gelagerten Behältern weitere Zugänge von außen anzubringen in Betracht gezogen?
2. Wurde ein Gutachten zur logistischen Notwendigkeit des geplanten Lagers erstellt?
3. Sie bezeichnen sich selbst bereits als neue Nachbarn in der Region des Dreiländerecks. Das steht im Widerspruch zu der Aussage, dass Sie derzeit lediglich erkunden. Wie darf ich das verstehen?
4. Welche Alternative halten Sie bereit, sofern die Ihre Entscheidung für den Standort Würgassen revidiert werden muss?
Ich bedanke mich für Ihre Rückmeldung im Voraus.
Viele Grüße
Bettina Kasper
06.04.2021 - 19:50 // von Bettina Kasper                
Vielen Dank für Ihre Frage. Wir werden sie so schnell wie möglich bearbeiten und beantworten, bitte haben Sie etwas Geduld.
Guten Tag,

wie kommt es, dass der radioaktive Müll nicht entsprechend dem Erzeugerland eingelagert wird? So hat z.B. Bayern ja kategorisch die Lagerung anfallenden Atommülls ausgeschlossen. Hier müsste aber der Großteil anfallenden Abfalls gelagert werden.
Wird hier der Weg des "geringsten Wiederstandes" gegangen?
11.03.2021 - 08:06 // von Sascha Klippert                

Sehr geehrter Herr Klippert,

vielen Dank für Ihre Mail. Lassen Sie uns zunächst auf die Frage der sicheren Zwischenlagerung von Atommüll in Deutschland eingehen: Dort ist es die Regel, dass dieser Abfall in Zwischenlagern an den jeweiligen Standorten der (ehemaligen) Atomkraftwerke gelagert wird, bis dieser Abfall in ein Endlager gebracht werden kann. So lagern hochradioaktive, verbrauchte Brennelemente in Castor-Behältern zum Beispiel an den bayrischen AKW Isar und Grafenrheinfeld. Für die beim Rückbau der Kraftwerke entstehenden schwach- und mitteradioaktiven Abfälle verhält es sich ähnlich, zum Teil werden diese Zwischenlager aber auch erst noch errichtet – etwa derzeit am AKW Grafenrheinfeld.

Die Ausnahme von diesen Regeln sind die beiden zentralen Zwischenlagerstandorte Ahaus (NRW) und Gorleben (Niedersachsen), wo radioaktiver Abfall eingelagert wird, ohne dass sich an diesen Standorten Atomkraftwerke befanden.

Schwach- und mittelradioaktive Abfälle sollen dann ab dem Jahr 2027 zentral im abschließend genehmigten Endlager Konrad eingelagert werden.

Sie spielen in Ihrer Fragen sehr wahrscheinlich auf die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll an:

In Deutschland war lange Zeit Gorleben als Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle bevorzugt worden. Die Auswahl der niedersächsischen Gemeinde war in erster Linie politisch motiviert und in den darauffolgenden Jahrzehnten entsprechend umstritten. Zahllose Proteste führten letztlich dazu, dass mit dem Standortauswahlgesetz von 2013 die Entscheidung für Gorleben aufgehoben und ein neues Suchverfahren initiiert wurde. Im Anschluss stellte die Endlagersuchkommission von 2014 bis 2016 Kriterien für die Suche und die Anforderungen für ein neues Endlager auf. Ganz wesentliche Punkte in diesem Kriterienkatalog sind etwa eine breite Bürgerbeteiligung und die „weiße Landkarte“. Dies bedeutet, dass kein Standort in Deutschland von vornherein von der Suche nach einem Endlager ausgeschlossen wird. Dieser Kriterienkatalog wurde mit einer breiten politischen Mehrheit im Bundestag (CDU, CSU, SPD und Grüne) beschlossen; auch die Bundesländer stimmten dem Verfahren zu.

Das bedeutet, dass kein einzelnes Bundesland, aber auch kein Landkreis oder keine Kommune von sich aus aus dem Suchverfahren aussteigen kann.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat nach umfangreichen Vorarbeiten  im Herbst 2020 einen ersten Zwischenbericht über jene Teilgebiete in Deutschland veröffentlicht, die für ein Endlager grundsätzlich in Frage kommen. Die Diskussion über diesen Bericht ist derzeit in vollem Gang.

Ausführliche Informationen zur Endlagersuche finden Sie auf www.endlagersuche-infoplattform.de sowie auf den Seite der BGE.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Magazin -einblicke,März 2021 schreiben sie von bis zu 1000 meter langen Kammern für die Abfälle.
Mich interessiert die Anordnung und die Anzahl dieser Kammern.
Sind sie alle in eine geografischen Richtung angeordnet mit den dargestellten 3 Ebenen oder in alle Himmelsrichtungen?
M.f.G.
Günter scharf
07.03.2021 - 10:39 // von Günter Scharf                

Sehr geehrter Herr Scharf,

vielen Dank für Ihre Frage. Bislang sind nach Auskunft der Kolleg*innen von der BGE sechs Einlagerungskammern im Endlager Konrad aufgefahren worden. Bis zur Inbetriebnahme des Endlagers im Jahr 2027 sollen noch 19 weitere Kammern folgen, so dass mit Einlagerungsbeginn 25 Kammern zur Verfügung stehen. Alle Einlagerungskammern liegen in einer Tiefe von 800 bis 850 Meter. Die Lage der Einlagerungskammern orientiert sich an den geologischen Gegebenheiten – etwa am Eisenerz, welches hier mit einer Neigung von 22 Grad zur Oberfläche einfällt.

Während des Einlagerungsbetriebs werden dann weitere Einlagerungskammern aufgefahren.

Zur besseren Orientierung finden Sie hier zwei Grafiken und ein Foto, welche freundlicherweise von der BGE zur Verfügung gestellt wurden:

https://logistikzentrum-konrad.de/BGE-Konrad_Grafik_Einlagerung.jpg

https://logistikzentrum-konrad.de/20180709-BGE_Konrad_Einlagerungskammer_108.jpg

https://logistikzentrum-konrad.de/BGE-Konrad_Grafik_Grubengebäude.jpg

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Warum wählen Sie für die Untersuchung des Verkehrsaufkommens rund um das geplante LoK Würgassen ausgerechnet einen Zeitraum des harten Lockdowns mit den bekannten Schließungen von Geschäften, Schulen, Kitas, ohne Tourismus etc sowie weitgehenden Home-Office Regelungen/Empfehlungen und belegtem Rückgang an PKW/LKW Verkehr ?

Halten Sie tatsächlich die Vorgehensweise für seriös, vertrauensfördernd und das Ergebnis für aussagefähig ?

Wie hoch sind die Kosten für die Studie ?

Wurde die Auftragsvergabe für die Studie ausgeschrieben bzw. nach welchen Kriterien wurde Fa. Nusec (Strahlenschutz, Entsorgung, Rückbauausführung, Gebäudekontamination ....) und nicht eine Beratungsgesellschaft für Verkehrs- und Infrastrukturplanung beauftragt ?
29.01.2021 - 11:35 // von BadKarlshafen-forum.de                

Sehr geehrte(r) Fragestellende(r),

der Aspekt der Verkehrszählung ist in der Studie nur einer unter vielen. Vorrangig geht es um das vorhandene Straßenverkehrsnetz, etwa den Verlauf von Straßen, deren Ausbauzustand, die Qualität der Fahrbahndecke und mögliche Besonderheiten. Die aktuelle Nutzung der Straßen spielt bei der Studie nur eine untergeordnete Rolle, zumal es um Transporte geht, die erst ab dem Jahr 2027 stattfinden sollen. Selbstverständlich wird das beauftragte Unternehmen dabei auch mögliche, durch die Pandemie hervorgerufenen Effekte berücksichtigen und die Zählungen mehrfach durchführen.

Für die Studie hat die BGZ gemäß den rechtlichen Vorgaben drei Unternehmen gebeten, Angebote abzugeben. Die Firma NUSEC ist seit Jahrzehnten mit der Planung von Kraftwerks-Rückbauten beschäftigt. Das Unternehmen verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem selbstverständlich die Logistik der Rückbau-Materialien und die Auswirkungen des Transports des Abbruchmaterials auf das regionale Straßennetz im Sinne einer Verkehrsplanung eine entscheidende Rolle spielen. Die BGZ hat daher keinerlei Zweifel an der Expertise der NUSEC.

Da es sich bei der Vergabe um einen privatwirtschaftlichen Vertrag handelt, wird die BGZ die anfallenden Kosten auch unter dem Aspekt des fairen Wettbewerbs unter verschiedenen Anbietern nicht veröffentlichen. Wir bitten um Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

 

Ist das LoK unabdingbar für die Endlagerung im Schacht Konrad?

Im Rahmen der Informationsveranstaltung in Beverungen stellten Sie fest, dass die Einlagerungsdauer Schacht Konrad von 40 auf 30 Jahre verkürzt werden kann, wenn das LoK in Betrieb geht.

Für 10 Jahre Einlagerungsverkürzung geben wir eine Summe von ca. 500 Mio. EUR aus und belasten EINE Region zusätzlich mit ALLEN Transporten leicht- und mittelradioaktivem Mülls aus dem Rückbau der Atomkraftwerke.

ZUM ZEITLICHEN ASPEKT:
Schacht Konrad sollte 2013, dann 2022 und nach aktuellem Sachverständigengutachten unter Beachtung aktuell bewertbarer Ungewissheiten im ersten Halbjahr 2027
in Betrieb gehen (Quelle: BMU).
Wie können vor dem Hintergrund der beschriebenen Verzögerungen beim Schacht Konrad 10 Jahre Einlagerungsverkürzung das geplante LoK rechtfertigen?

Völlig unbetrachtet bleibt dabei die Weiterentwicklung logistischer Prozesse aus dezentraler Anlieferung etwa durch die Chancen der Digitalisierung in den nächsten 5-10 Jahren.

ZUM MONETÄREN ASPEKT:
Herr Dr. Seeba stellte fest, dass man die Summe von 500 Mio. EUR wohl kaum gegen den Sicherheitsgewinn aus 10 Jahren verkürzter Einlagerung aufwiegen kann.

Dass ein behördlich genehmigtes Endlager höhere Sicherheit bietet, als alle genehmigten Zwischenlager in Deutschland ist nachvollziehbar.
Jedoch stelle ich fest, dass Sie den Sicherheitsgewinn einzelner Regionen durch das schnellere Abtransportieren von leicht- und mittelradioaktiven Abfällen, mit einem in der Konsequenz deutlich höheren Risiko für den LoK-Standort erkaufen.

Wie komme ich zu diesem Schluss?
Mit einer Kapazität von 60.000 m³ nimmt das LoK 20% des Gesamteinlagerungsvolumens Konrad auf (303.000 m³).
Damit ist das LoK kein Logistikzentrum, sondern ein gigantisches Zwischenlager mit Raum für logistische Prozesse.
Nennen Sie es dann bitte auch so! Mein Vorschlag: Giga-ZLoK.

Nur wenn Sie die Dinge beim Namen nennen, können Sie auf Vertrauen in Ihre Pläne hoffen.


01.11.2020 - 14:05 // von Manuel Liebenau                

Sehr geehrter Herr Liebenau,

bereits im Jahr 2018 hat die Entsorgungskommission des Bundes (ESK) festgestellt, dass ein Zentrales Bereitstellungslager als Logistikzentrum für einen optimalen Betrieb des Endlagers Konrad unabdingbar ist. Sie finden die Begründung bereits auf unser Webseite. Grundlage für die Empfehlung der ESK sind zwei wesentliche Punkte:

  1. In den dezentralen Zwischenlagern werden die Abfallbehälter in der Regel im sogenannten First-in-/Last-out-Prinzip aufbewahrt. Dies bedeutet, dass es kaum oder gar nicht möglich ist, Behälter in Lagerreihen hinter der ersten aus dem Lager zu transportieren. Die Einlagerungsbedingungen des Endlagers Konrad unterliegen jedoch einem strengen Regime: Einzulagernde Abfallbehälter müssen speziellen Kriterien entsprechen, sprich: Diese Behälter müssen auf Anforderung des Endlagers aus den dezentralen Zwischenlagern entnommen werden. Angesichts der oben genannten Lagerstruktur ist dies aber nicht möglich. Dabei hilft auch die modernste Logistik nichts, weil die Behälter innerhalb des Zwischenlagers aufgrund des fehlenden Raums zwischen den Behältern nicht rangiert werden können. Eine Auslagerung von Behältern, um dieses Problem zu lösen, ist nur mit dem Logistikzentrum möglich.
  2. Eine den Einlagerungsbedingungen des Endlagers entsprechenden Zusammenstellung der Behälter am Schacht Konrad selber ist dort aufgrund fehlenden Platzes nicht möglich. Die vorhandene Pufferhalle ist dafür zu klein und dient lediglich als Lager, falls es zu Störungen des Einlagerungsbetriebes kommt.

Das Endlager Konrad ist für eine Einlagerungszeit von etwa 30 Jahren ausgelegt, weitere zehn Jahre sind für den sicheren Verschluss (der Bergmann spricht von Verwahrung) vorgesehen. Ein Verkürzung der Einlagerungszeit von bis zu zehn Jahren ist in der Tat in erster Linie nicht, wie von Dr. Seeba in Beverungen dargestellt, unter monetären Gesichtspunkten zu sehen: Es geht in erster Linie um einen Gewinn an Sicherheit, weil der Atommüll deutlich schneller als bisher prognostiziert im Endlager eingelagert werden kann. Nur dort ist er auf Dauer sicher.

Dass das Sicherheitsrisiko damit von den dezentralen auf einen einzigen Standort in einer Region verlagert wird, scheint nur bei oberflächlicher Betrachtung so. Vielmehr handelt es sich beim LoK um eine hochmoderne Einrichtung: Es wird nach den modernsten Sicherungs- und Sicherheitsaspekten errichtet, dies wird die BGZ auch im Genehmigungsverfahren nachweisen müssen. Aufgrund der Beschaffenheit des LoK wird die BGZ dort außerdem sehr viel besser jeden einzelnen Behälter jederzeit kontrollieren können. Die Zahl der Transporte zum und vom Logistikzentrum wird sich zudem nicht erhöhen, sondern durch den Einsatz längerer Züge als beim Transport aus dezentralen Zwischenlagern sogar verringern.

Die verzögerte Inbetriebnahme des Endlagers Konrad hat eine Vielzahl von Gründen. Aus der Verzögerung resultierte unter anderem jedoch erst die Entscheidung, ein Logistikzentrum zu errichten, um die Einlagerungszeit zu verkürzen und den entstandenen Zeitverlust zumindest teilweise zu kompensieren.

Vielen Dank für Ihren Namensvorschlag, aber auch ohne die Bezeichnung „Giga“ haben wir nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass das Logistikzentrum deutlich größer wird als die bisherigen Zwischenlager. Die Gründe dafür sind oben genannt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Warum heuchelt man uns vor, dass Interesse an unserer Meinung besteht. Es scheint ja Ihrerseits beschlossene Sache zu sein, dass das Zwischenlager in Würgassen gebaut werden soll.Da unsere Region kaum Industrie hat,ist es nur sehr traurig,dass die gerade besser werdende Tourismus Branche, darunter leiden wird.
Wir fühlen uns auf jeden Fall verschaukelt!
Edeltraut Wahl
24.10.2020 - 16:56 // von Edeltraut Wahl                

Sehr geehrte Frau Wahl,

seit die BGZ am 6. März dieses Jahres erklärt hat, am Standort Würgassen die Untersuchungen für ein Logistikzentrum Endlager Konrad weiter voranzutreiben, haben wir auf vielfältigem Weg den Diskurs mit der Öffentlichkeit gesucht und über alle unseren Schritte informiert. Dafür zollen uns auch Kritiker*innen des Projekts ihre Anerkennung.

Sie haben Recht, unter neun grundsätzlich in Frage kommenden Standorten für ein Logistikzentrum haben wir uns für Würgassen entschieden und wir gehen nach wie vor davon aus, dass unter diesen neun Standorten Würgassen der geeignetste ist. Ob tatsächlich in Würgassen gebaut wird oder nicht, entscheidet sich jedoch erst in behördlichen Genehmigungsverfahren. Die Anträge dafür werden wir frühestens im zweiten Halbjahr 2021 stellen.

Dass sich der Tourismus im Weserbergland in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat – und zwar trotz zweier Zwischenlager mit Atommüll – ist uns selbstverständlich nicht entgangen. Die BGZ hat dies zum Anlass genommen, die Behauptung, Nuklearanlagen würden die touristische Entwicklung negativ beeinflussen, wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Die Studie finden sie hier. Um es aber vorweg zu nehmen: Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass der Tourismus in einer Region leidet, wenn sich dort ein Zwischenlager mit radioaktiven Abfällen befindet.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Die Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle erfolgt nach Aussagen der BGE in einem
wissenschaftsbasierten, transparenten, sich selbst hinterfragenden und lernenden Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit.

Warum vermisse ich jedes dieser Attribute bei der Standortauswahl für das ZBL?

Denken Sie nicht, dass die Öffentlichkeit mindestens das Recht auf Information und Transparenz haben sollte?

So werde ich den Eindruck nicht mehr los, dass der am schnellsten verfügbare und nicht der beste Standort für das ZBL gefunden werden sollte. Wenn das Ziel der Empfehlung von vornherein feststeht, baue ich Ihnen im Nachhinein eine Scorecard, die zu dem gewünschten Ergebnis führt.
Das ist dann nur noch eine pseudowissenschaftliche Übung.
11.10.2020 - 21:03 // von Manuel Liebenau                

Sehr geehrter Herr Liebenau,

die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle ist nicht mit der Standortauswahl für ein Logistikzentrum für schwach- und mittelradioaktive Stoffe vergleichbar. Bei einem Endlager für hochradioaktive Abfälle geht es um die Suche nach dem bestmöglichen Standort mit einem Sicherheitsnachweis für eine Million Jahre. Hingegen benötigt die BGZ für ihr Logistikzentrum nur einen geeigneten Standort für ein zeitlich auf rund 30 Jahre begrenztes Vorhaben. Insgesamt neun mögliche Standorte hat die BGZ bei ihrer Suche aus einem Pool von insgesamt 28 Flächen als geeignet identifiziert. Schon daraus lässt sich ablesen, dass es keine Fixierung auf einen Standort gab und auch nicht geben konnte.

Im geplanten Logistikzentrum kommen darüber hinaus Technologien und Techniken zum Einsatz, die seit Jahren angewandt werden und entsprechend bewährt sind. Allein mehr als 60 vergleichbare Anlagen – mit natürlich geringeren Dimensionen – sind bereits im Stresstest der Entsorgungskommission des Bundes (ESK) berücksichtigt worden. Zehn neue Anlagen wurden in den vergangenen zehn Jahren von den Behörden in Deutschland genehmigt und sind anschließend gebaut sowie in Betrieb genommen worden. Diese Zwischenlager werden ständig überwacht; Korrekturen am Betrieb oder der eingesetzten Technik sind jederzeit möglich – ganz im Gegensatz zu einem Endlager für hochradioaktive Abfälle.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Wie bewerten Sie die Strahlenbelastung durch den Betrieb des ZBL für die anliegende Bevölkerung in Würgassen?

Im ZBL werden vor Abtransport zum Endlager Konrad Abfallbehälter geöffnet um Drucklosigkeit zu überprüfen bzw. herzustellen und evtl. vorhandene Flüssigkeiten zu entfernen / das Dichtsystem zu überprüfen.
Nach Ihren Angaben wird die Luft in diesen Bearbeitungsräumen abgesaugt und gefiltert.

Bitte beschreiben Sie technisch den Filterungsprozess sowie die Überwachung der Abluft.

Mit welcher zusätzlichen Strahlenexposition in mSv/a muss die Bevölkerung von Würgassen durch Abluft und Abwasser aus dem ZBL rechnen.
Vergessen Sie dabei nicht, dass sich die Strahlenbelastung addiert zur der auftretenden Strahlenbelastung aus Transport und Arbeitstätigkeit im ZBL (schließloch wollen Sie ja auch 100 dauerhafte Arbeitsplätze in der Region schaffen).
11.10.2020 - 20:35 // von Manuel Liebenau                

Sehr geehrter Herr Liebenau,

die BGZ hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass das Unternehmen durch technische und logistische Maßnahmen sicherstellen wird, dass die vom Logistikzentrum ausgehende Strahlung bereits am Zaun der Anlage im Schwankungsbereich der natürlichen Hintergrundstrahlung liegt.

Die Bearbeitungsbereiche, bestehend aus Zugangsbereich und Caissons, werden über separate Lüftungsgeräte be- und entlüftet. Die Abluft der Bearbeitungsbereiche wird gefiltert, messtechnisch überwacht und gemeinsam mit der Abluft aus den Lager- und Verladebereichen als Fortluft nach außen abgeführt. Die Aktivitätskonzentrationen in der Abluft liegen so niedrig, dass keine genehmigungspflichtigen Ableitungen aus dem LoK auftreten. Derartige Filteranlagen werden an vielen Standorten von Atomkraftwerke bereits seit vielen Jahren genutzt. Darüber hinaus werden pro Tag an nicht mehr als an ein bis zwei Abfallbehältern die beschriebenen  1-2-3-Maßnahmen durchgeführt.

Betriebsabwässer fallen nur außerhalb der Kontrollbereiche an und können daher konventionell entsorgt werden.

Die Beschreibung der technischen Prozesse im Logistikzentrum sind – soweit bereits entsprechend geplant – im Standortspezifischen Konzept nachzulesen. Sie finden es unter diesem Link als downloadbares PDF auf der Website www.logistikzentrum-konrad.de.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

 

In de FAQs schreiben Sie, dass sich die radioaktive Belastung in Würgassen und der Region nicht erhöht.
Wie kommen Sie zu diesem Schluss?

Durch den Transport des radioaktiven Abfalls nach Würgassen und entlang der Routen wird die Strahlenbelastung der anliegenden Bevölkerung de facto erhöht. Auch für den Fall, dass die durch die Transporte verursachte Strahlenbelastung geringer als die natürliche Strahlung ist, wirkt sie dennoch zusätzlich. Damit erhöht sich das Risiko von stochastischen Strahlenschäden, denn mit jeder zusätzlichen Exposition erhöht sich das Risiko für Krebs- und Leukämieerkrankungen unabhängig von der Unterschreitung von Dosisschwellenwerten.

Mit welcher Strahlendosis im Jahr rechnen Sie für die Bevölkerung (direkte Anwohner des ZBL, geschlossene Wohnbebauung) bei einem Transport über Schiene und Straße?
Wie berücksichtigen Sie in diesen Analyse die zusätzliche Belastung durch Staus/Streckensperrungen? Beispielsweise Durchfahrt durch Beverungen?

Wie hoch sind die Ortsdosisleistungen an der Oberfläche in unterschiedlichen Abständen zu den Transportbehältern (Alltagszustände, etwa aufgrund einer roten Ampel hinter dem LKW)?

Mit welchen radiologischen Charakterisierungen der Abfallgebinde rechnen Sie dabei? Diese werden recht unterschiedlich ausfallen, sonst könnten Sie sich das Logistikzentrum vor Einlagerung in Schacht Konrad sparen. Welche Maximalwerte an Strahlung dürfen Konrad-Gebinde maximal aufweisen?
11.10.2020 - 20:23 // von Manuel Liebenau                

Sehr geehrter Herr Liebenau,

zu 1: Zum Schutz der Bevölkerung sind im Strahlenschutzgesetz und in der Strahlenschutzverordnung Dosisgrenzwerte festgelegt. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden wir die Einhaltung aller gesetzlichen Grenzwerte selbstverständlich nachweisen. Ergänzend werden wir durch technische Maßnahmen sicherstellen, dass - über die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte hinaus - bereits an unserem Geländezaun die ionisierende Strahlung im Schwankungsbereich der natürlichen Hintergrundstrahlung liegen wird. Während des Betriebs wird die Strahlenbelastung am Geländezaun regelmäßig gemessen. Diese Ergebnisse werden veröffentlicht.

Grundsätzlich ist es richtig, dass sich Strahlenbelastungen addieren. Darum hat der Gesetzgeber im Strahlenschutzgesetz entsprechende Grenzwerte vorgeschrieben. Dadurch, dass die ionisierende Strahlung bereits am Geländezaun des LoK im Schwankungsbereich der natürlichen Hintergrundstrahlung liegt, können wir eine gesundheitsgefährdende Strahlenbelastung für die Anwohner*innen durch den Betrieb des Logistikzentrums Konrad (LoK) ausschließen.

Zu 2 und 3: Der Transport schwach- und mittelradioaktiver Stoffe ist Alltagsgeschäft in Deutschland, rund eine halbe Million dieser Transporte findet jährlich statt. Zur Untersuchung und Bewertung der mit der Abfallanlieferung zum Endlager Konrad verbundenen potenziellen Strahlenbelastung wurde durch die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) bereits 2009 eine umfangreiche Studie (Transportstudie Konrad) erstellt. Die Ergebnisse und die zugrunde gelegten Transportmodalitäten (u.a. Verkehrsaufkommen) sind ausführlich in der o.g. Studie erläutert, die Sie auf der Website https://www.grs.de/sites/default/files/pdf/GRS-256%20-%20Corr.pdf finden können. Diese Studie hat gezeigt, dass die in der Region des Endlagers Konrad stattfindenden Abfalltransporte kein radiologisches Risiko für die Anwohner*innen darstellen, da die Strahlenexposition in der Endlagerregion durch die Abfalltransporte praktisch nicht verändert wird. Diese Feststellung lässt sich auf das LoK übertragen, da es sich um die selben Abfälle handelt. 

Zu 4: In der oben erwähnten Transportstudie Konrad wurde für die Dosisberechnung der Anwohner*innen der Hauptanlieferungsstrecken generell ein unabgeschirmter Aufenthalt einer permanent im Freien anwesenden Person unterstellt und entsprechende Dosisbeiträge durch sämtliche Abfalltransporte während der Vorbeifahrt in verschiedenen Abständen berücksichtigt. Zusätzlich wurden bei einem Teil der Abfalltransporte auch verkehrsbedingte Haltezeiten z. B. an Verkehrsampeln oder an Bahnsignalen unterstellt. Die durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Strahlenbelastung der Anwohner*innen praktisch nicht verändert, da die zu erwartende beförderungsbedingte Strahlenbelastung nur einen Bruchteil der natürlichen Strahlenexposition beträgt. Wie schon erwähnt, lassen sich diese Feststellungen auf das LoK übertragen, da es sich um die selben Abfälle handelt. Die im Einzelnen ermittelten Zahlenwerte sind in der Transportstudie Konrad aufgeführt, die über die o.g. Website zugänglich ist.

Zu 5: Das ist richtig. Die Diversität der verschiedenen schwach- und mittelradioaktiven Abfälle ist ein Grund für die Notwendigkeit des LoK. Im LoK werden die Abfallgebinde gemäß den Anforderungen des Planfeststellungsbeschlusses Konrad zu passgenauen, für die optimierte Einlagerung im Endlager Konrad benötigten, Chargen zusammengestellt. Es wird ausschließlich mit Abfallgebinden umgegangen, die die Endlagerungsbedingen Konrad erfüllen. Daher befinden sich alle Abfälle, die in das Logistikzentrum kommen werden, sicher verpackt in endlagerfähigen Spezialbehältern. Die Endlagerungsbedingungen Konrad sind auf der Website https://www.bge.de/fileadmin/user_upload/Konrad/Wesentliche_Unterlagen/Endlagerungsbedingungen_Konrad/Endlagerungsbedingungen_Konrad_Stand_12_2014.pdf zu finden. Dort sind die einzuhaltenden Aktivitäten für die verschiedenen Radionuklide und Radionuklidgruppen pro Abfallgebindetyp genannt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Guten Tag,

das Westfalenblatt berichtet, dass das Baugutachten einen Mangel des Untergrundes festgestellt hat und dass die Lagerhalle auf Säulen errichtet werden muss! Ist das korrekt?

Mfg

M.Pennewiss
01.10.2020 - 14:17 // von Martina Pennewiss                

Sehr geehrte Frau Pennewiss,

ein Artikel des Westfalenblattes zum Baugrund in Würgassen ist uns nicht bekannt. Wir würde Sie daher bitten, uns ggf. einen Link zur Verfügung zu stellen. Möglicherweise verwechseln Sie dies mit einem Beitrag in der Neuen Westfälischen Zeitung zum Thema Baugrunduntersuchung am Standort des geplanten Logistikzentrums.

In diesem Artikel ist allerdings nicht von einem Mangel des Untergrunds die Rede, wie von Ihnen unterstellt; zumal es in der Geologie den Begriff eines mangelhaften Untergrundes nicht gibt. Sondern im Artikel wird korrekt dargestellt, dass der Baugrund der der Schwierigkeitsklasse 2 von insgesamt drei Schwierigkeitsklassen beim Gründen von Bauwerken entspricht. Solche Untergründe sind gerade an Flüssen und Bereichen ehemaliger Ursturmtäler, aber auch in allen eiszeitlich geprägten Gebieten vorhanden – und damit in weiten Teilen Deutschlands.

Die BGZ will daher für die geplante Halle des Logistikzentrums das nötige Fundament auf Bohrpfählen gründen, wie die Neue Westfälische es ebenfalls richtig darstellt. Diese Technik ist etabliert und wird derzeit etwa beim Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide (Brandenburg) oder beim Bau des neuen Zerlegezentrums der Entsorgungswerke für Nuklearanlagen (EWN) in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) angewandt. Ausführlich wird dies auch im Baugrundgutachten erläutert, das Sie auf unserer Website http://www.logistikzentrum-konrad.de unter der Rubrik Wissen und Dokumente finden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team