Auftrag

Kurz und knapp

  • Deutschland baut zur Zeit ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle
  • Bis zur Endlagerung ist die BGZ für die Zwischenlagerung der Abfälle aus Betrieb und Rückbau der Kernkraftwerke verantwortlich
  • Um deren Endlagerung zeitlich abzusichern und schneller abzuschließen, plant die BGZ ein Logistikzentrum für das Endlager Konrad (LoK)
  • Den Auftrag hierfür hat die BGZ von der Bundesregierung erhalten

In Deutschland ist der Bund für die Endlagerung radioaktiver Abfälle verantwortlich. Die sicherste Lösung für die Entsorgung aller Arten von Atommüll ist die Endlagerung untertage in tiefen Gesteinsschichten. Bis die Endlagerung erfolgt, ist die bundeseigene BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH gemäß Entsorgungsübergangsgesetz (EntsorgÜG) für die Aufbewahrung dieser Stoffe verantwortlich.

Grundsätzlich lassen sich radioaktive Abfälle in wärmeentwickelnde hochradioaktive (HAW) sowie schwach- und mittelradioaktive Abfälle ohne oder mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung (LAW/MAW) unterteilen.

Derzeit wird das stillgelegte Eisenerzbergwerk Schacht Konrad in Niedersachsen durch die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) zum Endlager für LAW/MAW ausgebaut. Dieses Endlager soll 2027 fertiggestellt sein.

Der Planfeststellungsbeschluss für das Endlager sieht detaillierte Vorgaben für die Einlagerung der radioaktiven Abfälle vor. Deshalb müssen die Abfälle in genau festgelegten „Chargen“ angeliefert werden.

Das Betriebsgelände des Endlagers Konrad ist jedoch viel zu klein, um große Mengen Abfälle vorrätig zu halten. Die Abfälle müssen deshalb „Just-in-Time“ angeliefert werden. Die Aufgabe, die jeweils richtigen Abfallzusammensetzungen zur genau richtigen Zeit anzuliefern, ist schwerer, wenn sie aus dezentralen Zwischenlagern erfolgen muss. Diese sind oftmals nach dem sog. „Last In – First Out-Prinzip“ (LiFo) gefüllt worden. Im LoK können die Chargen demgegenüber so zusammengestellt werden, wie sie für die Einlagerung benötigt werden.

Die gesetzliche Grundlage für die Errichtung eines LoK bildet das Entsorgungsübergangsgesetz, das hier wörtlich von einem „zentralen Bereitstellungslager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung als Eingangslager für das Endlager Konrad“ spricht. Die unverzügliche Planung und Errichtung eines solchen Lagers ist mit dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode beschlossen worden. Damit beauftragt wurde die BGZ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Nachfolgend können Sie die beiden betreffenden Fundstellen im Wortlaut nachlesen:

„Der Dritte nach § 2 Absatz 1 Satz 1 kann ein zentrales Bereitstellungslager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung als Eingangslager für das Endlager Konrad errichten.“

§ 3 Absatz 3 Entsorgungsübergangsgesetz. (Die BGZ fungiert hierbei als vom Bund mit der Wahrnehmung der Zwischenlagerung beauftragter „Dritter“.)

„Für einen zügigen Einlagerungsbetrieb ist die Errichtung eines Bereitstellungslagers unverzichtbar. Wir wollen deshalb ein solches Bereitstellungslager einrichten und mit den Planungen dafür unverzüglich beginnen.“

„Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land.“ Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode, Zeilen 6672 – 6675.