Der Transport von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen

Schwach- und mittelradioaktive Abfälle werden derzeit in Zwischenlagern in ganz Deutschland aufbewahrt. Insgesamt handelt es sich um rund 303.000 Kubikmeter, die im genehmigten Endlager Konrad eingelagert werden sollen. Auf ihrem Weg dorthin werden sie zunächst ins Logistikzentrum gebracht und dort zu passgenauen Chargen für die Einlagerung im Endlager Konrad zusammengestellt.

Ziel der BGZ ist, die Transporte zum und vom Logistikzentrum vorrangig über die Schiene abzuwickeln. Die BGZ rechnet mit zehn Zugfahrten und weniger als 20 Lkw-Transporten pro Tag. In diese Zahlen sind Leerfahrten bereits eingerechnet.

Transportiert werden die runden oder quaderförmigen Abfallbehälter in standardisierten Transportcontainern (20-Fuß-Stahlcontainer).

Behälter - mesch - Größenverhältnis

 

Container - Wagon

Transporte über die Straße

Beim Transport aus den bestehenden Zwischenlagern zum Logistikzentrum sind Straßentransporte nicht auszuschließen. Grund ist, dass einige Zwischenlager in Deutschland über keinen direkten Gleisanschluss verfügen.

Der Transport der Abfallbehälter über das öffentliche Straßennetz erfolgt mittels regulärer Lkw mit Sattelauflieger, wie hier beispielhaft abgebildet. Nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) dürfen alle öffentlichen deutschen Straßen von diesen Transportfahrzeugen genutzt werden, wenn sie das maximale Gesamtgewicht von 44 Tonnen nicht überschreiten. Die Transporte ins Logistikzentrum erreichen diese Grenze nicht. Zusätzliche Sicherungen etwa durch Begleitfahrzeuge – wie man sie bei Schwertransporten kennt – sind nicht notwendig.

Sattelauflieger
Abbildung: Lkw mit Sattelauflieger und einem Transportcontainer (Bildmaterial der GNS)

 

Transporte über die Schiene

Der überwiegende Teil der Transporte zum und vom Logistikzentrum wird mit Güterzügen über die Schiene erfolgen.

Die Transporte von Abfallbehältern zum Logistikzentrum erfolgen vom jeweiligen Zwischenlager in Transportcontainern. Ein solcher Zug umfasst bis zu sieben Waggons. 

Der Transport vom Logistikzentrum zum Endlager Konrad ist als Pendelbetrieb per Bahn vorgesehen. Dabei werden die einzelnen Abfallbehälter innerhalb des Logistikzentrums in einen Transportcontainer eingestellt und dann im Abfertigungsbereich auf den Güterwaggon verladen. Im Endlager Konrad werden die Abfallbehälter aus den Transportcontainern entladen und anschließend fährt der Zug ins Logistikzentrum zurück. Die leeren Transportcontainer werden dort dann wieder vom Waggon genommen und für die nächste Beladung mit Abfallbehältern in einer Wetterschutzhalle aufbewahrt.

Diese Bahntransporte erfolgen auf dem Schienennetz der Deutschen Bahn oder von privaten Betreibern. Ein solcher Güterwaggon mit zwei Transportcontainern ist hier als Beispiel dargestellt.

Abbildung: zwei Transportcontainer auf einem Güterwaggon des Typs Sgjs712 (Bildmaterial der GNS)
Abbildung: zwei Transportcontainer auf einem Güterwaggon des Typs Sgjs712 (Bildmaterial der GNS)

Die Sicherheit beim Transport radioaktiver Stoffe

Die Transporte von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen und deren Sicherheit sind durch das Strahlenschutz- und das Gefahrgutgesetz geregelt. Diese fußen wiederum auf internationalen Regelungen. Transporte von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen sind dabei Alltag in Deutschland: Rund 500.000 solcher Versendungen finden jährlich bundesweit statt. Sie finden in der Regel ohne öffentliche Aufmerksamkeit statt – im Gegensatz zu den vielen aus Medienberichten bekannten Transporten hochradioaktiver Abfälle in Castor-Behältern.

Was die Gefährlichkeit der Transporte von und zum Logistikzentrum betrifft, so hat die umfangreiche „Transportstudie Konrad aus dem Jahr 2009 gezeigt, dass die in der Region des Endlagers Konrad zusammenlaufenden Abfalltransporte kein radiologisches Risiko für die Bevölkerung, das Transportpersonal und die Umwelt darstellen. Diese Feststellung lässt sich auf das Logistikzentrum übertragen, da es sich um identische Abfälle und -mengen handelt.

 

verwendete Quellen:

Anforderungen an endzulagernde radioaktive Abfälle (Endlagerungsbedingungen, Stand: Dezember 2014), BfS, SE-IB-29/08-REV-2

Die Beförderung radioaktiver Stoffe, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, 10/2013

Bildmaterial der GNS