Die BGZ

Wer wir sind.

Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH ist eine in privater Rechtsform organisierte Gesellschaft des Bundes mit Hauptsitz in Essen. Von der Bundesregierung sind wir mit der Aufgabe der sicheren Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle aus der Kernenergienutzung und der Verwaltung und Instandhaltung der Standortzwischenlager sowie dem Bau eines Logistikzentrums Konrad beauftragt.

Gegründet wurde die BGZ am 1. März 2017. Wir betreiben die Zwischenlager Ahaus und Gorleben und sind seit dem 1. Januar 2019 verantwortlich für die Zwischenlagerstandorte für hochradioaktive Abfälle in Lingen, Unterweser, Brokdorf, Krümmel, Grohnde, Grafenrheinfeld, Isar, Gundremmingen, Neckarwestheim, Philippsburg und Biblis. Ab 2020 übernehmen wir ebenfalls die zwölf Lager mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen der deutschen Kernkraftwerke. Dadurch liegt die Verantwortung für die Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle der Energieversorgungsunternehmen künftig zentral in unserer Hand – eine große Verantwortung.

In der BGZ arbeiten circa 300 Mitarbeiter*innen aus den unterschiedlichsten Disziplinen eng zusammen. Technischer Sachverstand, eine wissenschaftliche Herangehensweise und jahrzehntelange Erfahrung zeichnen unsere Arbeit aus. Gemeinsam gewährleisten wir eine sichere und zuverlässige Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle an unseren Standorten in Deutschland.

Woher wir kommen.

Lange ging es auch beim Thema Zwischenlagerung um die Frage pro oder contra Kernenergie. Dieser Konflikt ist endgültig Geschichte: Nach dem Reaktorunfall von Fukushima beschloss der deutsche Bundestag im Jahr 2011 mit breiter Mehrheit den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergienutzung. Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung unterstützt einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie.

Inzwischen steht fest: 2022 wird das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gehen. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte im Dezember 2016, dass das Atomausstiegsgesetz von 2011 verfassungskonform ist.

Zum einen durch den Abschlussbericht der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK) vom 27. April 2016 und zum anderen durch den Abschlussbericht der Endlagerkommission vom 5. Juli 2016 wurde klar, dass die End- sowie Zwischenlagerung von Atommüll künftig neu zu organisieren sein wird.

Beide Kommissionen waren sich einig, dass die Verantwortung über die Endlagerung und Zwischenlagerung klar geregelt und gebündelt in die Hand des Bundes gegeben werden sollte. Es wurden zwei neue bundeseigene Unternehmen gegründet. Für Fragen der Endlagerung ist seit 2016 die BGE zuständig, für Fragen der Zwischenlagerung seit 2017 die BGZ.

Mit dem am 27. Januar 2017 in Kraft getretenen „Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung“ wurde die Verantwortlichkeit für die Stilllegung und den Rückbau der Atomkraftwerke sowie für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle langfristig neu geregelt. Es gilt das Verursacherprinzip: Die Betreiber der Kernkraftwerke sind für die Stilllegung, den Rückbau und die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung fällt hingegen in die Verantwortung des Bundes. Finanzielle Mittel in Höhe von 24,1 Milliarden Euro für die Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle wurden dem Bund von den Betreibern der Kernkraftwerke in einem öffentlich rechtlichen Fonds zur Verfügung gestellt.

Die damals für Reaktorsicherheit verantwortliche Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) sprach von dem Entsorgungskonsens als „Durchbruch“. Es herrsche nun Klarheit, „wie die Atomkraft in den kommenden Jahrzehnten abgewickelt werden wird. Das Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung gibt bei dem äußerst komplexen Thema der Entsorgung klare Vorgaben“ und „trifft eine unmissverständliche Arbeits- und Kostenteilung, die dem Verursacherprinzip Rechnung trägt.“

Wofür wir stehen.

Unsere Aufgabe ist klar: die sichere und zuverlässige Zwischenlagerung von radioaktiven Abfällen an unseren Standorten in Deutschland. Dazu gehört für uns auch, dass wir als Unternehmen Verantwortung übernehmen in Wissenschaft und Forschung. Die BGZ ist Wissensträgerin in Sachen Zwischenlagerung, Arbeitgeberin mit Zukunftsperspektive, starke Partnerin des Bundes und kompetente Betreiberin von Zwischenlagern in ganz Deutschland.