FAQ

  • Was ist unter dem Logistikzentrum (LoK) zu verstehen?
    Das LoK ist eine Anlage, in der schwach- und mittelradioaktiver Atommüll aus Betrieb, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken sowie aus den Bereichen Medizin, Forschung und Gewerbe für eine passgenaue „just-in-time“-Anlieferung an das Endlager Konrad bei Salzgitter bereitgestellt wird. Dies geschieht in einer Halle aus Stahlbeton, die gleichzeitig eine vorübergehende Lagerung des Atommülls gewährleistet.

  • Warum wird ein Logistikzentrum (LoK) für das Endlager Konrad benötigt?
    Mit dem Logistikzentrum wird die kontinuierliche Einlagerung des Atommülls im Endlager Konrad sichergestellt. Hintergrund dafür ist, dass die Behälter mit verschiedenen Sorten Atommüll in den dezentralen Zwischenlagern aufgrund Platzmangels nicht so sortiert werden können, wie sie im Endlager Konrad benötigt werden. In der Folge käme es ohne ein Logistikzentrum zu Unterbrechungen des Einlagerungsbetriebs im Endlager. Das LoK beseitigt dieses logistische Problem: In der Anlage können die Abfallbehälter in passgenauen Chargen ganz nach den Bedürfnissen des Endlagers zusammengestellt und „just-in-time“ angeliefert werden. Das Logistikzentrum optimiert somit den Einlagerungsbetrieb im Endlager Konrad und verkürzt ihn insgesamt. Die radioaktiven Abfälle können also schneller eingelagert werden, was einen Sicherheitsgewinn für alle bedeutet.
  • Welche Arbeiten erfolgen im Logistikzentrum (LoK)?
    Der Atommüll, der im Logistikzentrum umgeschlagen wird, ist bereits in Behältern verpackt, die direkt im Endlager Konrad eingelagert werden können. Diese Behälter werden bis zum Abtransport sicher zwischengelagert. Bei einem kleinen Teil der Abfallbehälter kann es jedoch erforderlich sein, diese vor dem Abtransport ins Endlager Konrad noch einmal einer technischen Kontrolle zu unterziehen. Dabei werden gegebenenfalls Druck und Flüssigkeiten abgelassen und das Dichtsystem der Behälter überprüft. Diese Maßnahmen finden in speziellen, mit Unterdruck betriebenen Räumen statt. Die Luft aus diesen Räumen wird abgesaugt und gefiltert. Nach dieser Filterung sind die Emissionen von radioaktiven Teilchen aus der Anlage so niedrig, dass nach der Strahlenschutzverordnung keine Messungen der Raumluft erforderlich sind und die gesetzlichen Grenzwerte weit unterschritten werden. Dennoch wird die BGZ dauerhaft Messungen vornehmen und die Ergebnisse dieser Messungen im Internet veröffentlichen.
  • Erhöht sich die radioaktive Belastung in Würgassen und der Region?
    Nein. In Würgassen und Umgebung wird es keine Erhöhung der Radioaktivität über die natürlich vorhandene Hintergrundstrahlung geben.
  • Wie steht es um die Sicherheit?
    Die BGZ verfügt über jahrelange Erfahrung beim Schutz ihrer Zwischenlager. Diese Erfahrungen und ein auf das Logistikzentrum (LoK) zugeschnittenes, umfassendes Sicherheitskonzept, das von den zuständigen Behörden genehmigt werden muss, gewährleisten den Schutz der Anlage. Details können aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich genannt werden.
    Eine Notwendigkeit, die Anlage gegen Flugzeugabstürze speziell zu sichern, besteht - wie bei allen anderen Zwischenlagern für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll - nicht. Bei allen bisher genehmigten Einrichtungen ähnlicher Art wurde im Genehmigungsverfahren nachgewiesen, dass auch bei einem solchen extrem unwahrscheinlichen Ereignis keine sogenannten „einschneidenden Maßnahmen“ (wie z.B. Evakuierungen) erforderlich sind. Die gelagerten Abfälle befinden sich in Behältern aus Stahl und/oder Beton.
  • Aus welchen Einrichtungen besteht das Logistikzentrum (LoK)?
    Herz des Logistikzentrums ist eine Halle aus Stahlbeton mit zwei unterschiedlichen Bereichen für An- und Ablieferung. Diese Bereiche werden auf radioaktive Strahlung überwacht. Der Transport der Abfallbehälter erfolgt mit Deckenkränen. Es gibt einen kleinen Bearbeitungsbereich, wo Behälter kontrolliert und gegebenenfalls geöffnet werden können sowie mehrere Lagerbereiche. An die Halle schließen sich ein Betriebsgebäude für Stromversorgung und Lüftung sowie eine Wetterschutzhalle für leere Transportcontainer und andere Gerätschaften an.
  • Welche Abfälle gelangen ins Logistikzentrum (LoK)?
    Ausschließlich schwach- und mittelradioaktiver Atommüll aus Betrieb, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken sowie aus den Bereichen Medizin, Forschung und Gewerbe. Hochradioaktive Abfälle, wie etwa abgebrannte Brennelemente, werden dort nicht gelagert.
  • Wo ist dieser Atommüll derzeit gelagert?
    In Zwischenlagern im gesamten Bundesgebiet, unter anderem in den Lagern der BGZ.
  • Wie wird der Atommüll aus den Zwischenlagern zum Logistikzentrum (LoK) und anschließend zum Endlager Konrad transportiert?
    Die Abfälle befinden sich in speziellen Behältern, die wiederum in Transportcontainern ins Logistikzentrum gebracht werden. Diese Transporte erfolgen bevorzugt mit Güterzügen. Straßentransporte per Lkw sind aber nicht gänzlich zu vermeiden. Die BGZ rechnet mit weniger als 20 Lkw-Transporten und weniger als zehn Zugfahrten pro Tag von und zum Logistikzentrum. Leerfahrten sind dabei eingerechnet. Die Transporte aus dem Logistikzentrum zum Endlager Konrad erfolgen nahezu ausschließlich mit Güterzügen.
    Die Transporte von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen und deren Sicherheit sind gesetzlich geregelt. Diese Transporte sind Alltagsgeschäft in Deutschland: Rund 500.000 solcher Versendungen finden jährlich bundesweit statt.
  • Werden Abfallbehälter auch geöffnet?
    Grundsätzlich wird im Logistikzentrum ausschließlich mit Behältern gearbeitet werden, in denen der Atommüll für das Endlager Konrad bereits fertig verschlossenen ist. Eine geringe Anzahl dieser Behälter muss jedoch zeitweise geöffnet werden, um etwa Druck und Flüssigkeiten abzulassen oder das Dichtsystem zu überprüfen. Dafür ist ein spezieller Bearbeitungsbereich innerhalb des Lagergebäudes vorgesehen, der über geschlossene, mit Unterdruck betriebene Räume verfügt. Die Luft aus diesen Räumen wird abgesaugt und gefiltert. Nach dieser Filterung sind die Emissionen von radioaktiven Teilchen aus der Anlage so niedrig, dass nach der Strahlenschutzverordnung keine Messungen der Raumluft erforderlich sind und die gesetzlichen Grenzwerte weit unterschritten werden. Dennoch wird die BGZ dauerhaft Messungen vornehmen und die Ergebnisse dieser Messungen im Internet veröffentlichen.
  • Welche Lagerkapazität soll das Logistikzentrum (LoK) haben?
    Die Lagerkapazität wird 60.000 Kubikmeter betragen, dies entspricht etwa 15.000 Behältern mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll.
  • Wann soll das Logistikzentrum (LoK) in Betrieb gehen?
    Die Anlage wird ihren Betrieb mit dem Beginn des Einlagerungsbetriebs im Endlager Konrad im Jahr 2027 aufnehmen.
  • Wie lange soll das Logistikzentrum (LoK) in Betrieb sein?
    Die Anlage wird solange benötigt, bis die Einlagerung des schwach- und mittelradioaktiven Atommülls im Endlager Konrad abgeschlossen ist.
  • Warum hat sich die BGZ für Würgassen als Standort entschieden?
    Die BGZ hat insgesamt 28 Standorte im Umkreis von 200 Kilometer Luftlinie vom Endlager Konrad (ESK-Empfehlung) untersucht. Nur neun Standorte erfüllen einen Großteil der Kriterien der Entsorgungskommission des Bundes (ESK) und die Anforderungen, die die BGZ an den Standort stellt. Dazu gehören etwa ein unmittelbarer Gleisanschluss und der Ausschluss von Natur- oder anderen Schutzgebieten. Einzig der Standort Würgassen erfüllt alle diese Kriterien. Die Auswahl der BGZ wurde in einem vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Gutachten des Ökoinstituts bestätigt.
  • Warum baut die BGZ das Logistikzentrum nicht direkt am Endlager Konrad?
    Auf dem Gelände des Endlagers fehlt schlicht der Platz für ein Logistikzentrum.
  • Aber ringsherum ist doch jede Menge Platz?
    Das stimmt, aber die Flächen befinden sich nicht im Besitz des Bundes oder eines Energieversorgers. Dies war bei der Grundstückssuche jedoch ein wichtiges Kriterium, um die Flächen möglichst schnell nutzen zu können. Bei Flächen in Privatbesitz hätte ein Flächenerwerb nicht in der gebotenen Eile stattfinden können oder wäre gar gänzlich unmöglich.

  • Das ist doch alles vorgeschoben, oder? Sie wollen mit dem Bau des Logistikzentrums in Würgassen nur verhindern, dass der Planfeststellungsbeschluss für das Endlager Konrad gefährdet wird.
    Nein, das stimmt nicht. Egal an welchem Standort das Logistikzentrum errichtet wird – hierfür ist ein komplett neues und eigenes Genehmigungsverfahren notwendig. Der Planfeststellungsbeschluss für das Endlager Konrad wird davon nicht berührt.

  • Wird das Logistikzentrum (LoK) ein allgemeines Zwischenlager des Bundes?
    Nein, die Anlage ist ausschließlich als Logistikzentrum für das Endlager Konrad vorgesehen. Es wird dort auch kein hochradioaktiver Atommüll gelagert.
  • Was passiert mit dem Logistikzentrum (LoK) nach dem Ende seiner Betriebszeit?
    Das Logistikzentrum beendet seinen Betrieb parallel zum Einlagerungsbetrieb im Endlager Konrad. Danach wird es abgerissen oder kann anderweitig genutzt werden, wenn dies in der Region gewünscht ist.
  • Wie viele Arbeitsplätze werden durch das Logistikzentrum (LoK) am Standort geschaffen?
    Die BGZ rechnet mit rund 100 neuen, dauerhaften Arbeitsplätzen.
  • Wie wird das Logistikzentrum (LoK) finanziert?
    Im Jahr 2017 ging die Verantwortung für die Lagerung und Entsorgung von Atommüll per Gesetz von den Betreibern der Atomkraftwerke auf die Bundesrepublik über. Finanziert werden Lagerung und Entsorgung aus einem Fonds, in den die Energieversorgungsunternehmen rund 24 Milliarden Euro eingezahlt haben. Aus diesem Fonds werden auch Bau und Betrieb des LoK finanziert.
  • Welche Genehmigungen braucht das Logistikzentrum (LoK)?
    Im Logistikzentrum wird mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll gearbeitet. Daher ist eine Umgangsgenehmigung nach Strahlenschutzgesetz erforderlich. Für diese und weitere Genehmigungen sind die Landesbehörden in Nordrhein-Westfalen zuständig.
  • Wird es eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Öffentlichkeitsbeteiligung geben?
    Ja. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach Strahlenschutzgesetz wird auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt.
  • Was ist die BGZ und welche Aufgaben hat sie?
    Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH ist ein im Besitz des Bundes befindliches Unternehmen. Die BGZ wurde am 1. März 2017 gegründet und betreibt mehr als 20 Lager für schwach-, mittel- und hochradioaktiven Atommüll, der beim Betrieb und der Stilllegung von Atomkraftwerken angefallen ist und noch anfällt. Hauptsitz der Firma ist Essen.
  • Warum ist die BGZ für die Errichtung des Logistikzentrums (LoK) zuständig?
    Die Errichtung der Anlage als Logistikzentrum ist nach dem Atomausstieg im Entsorgungsübergangsgesetz festgeschrieben worden. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode ist die unverzügliche Planung und Errichtung eines solchen Lagers vereinbart. Den Auftrag dazu hat die BGZ vom Bundesumweltministerium bekommen.