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Antworten auf einige besonders häufig gestellte Fragen finden Sie auch hier: https://logistikzentrum-konrad.de/faq.

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Ist das LoK unabdingbar für die Endlagerung im Schacht Konrad?

Im Rahmen der Informationsveranstaltung in Beverungen stellten Sie fest, dass die Einlagerungsdauer Schacht Konrad von 40 auf 30 Jahre verkürzt werden kann, wenn das LoK in Betrieb geht.

Für 10 Jahre Einlagerungsverkürzung geben wir eine Summe von ca. 500 Mio. EUR aus und belasten EINE Region zusätzlich mit ALLEN Transporten leicht- und mittelradioaktivem Mülls aus dem Rückbau der Atomkraftwerke.

ZUM ZEITLICHEN ASPEKT:
Schacht Konrad sollte 2013, dann 2022 und nach aktuellem Sachverständigengutachten unter Beachtung aktuell bewertbarer Ungewissheiten im ersten Halbjahr 2027
in Betrieb gehen (Quelle: BMU).
Wie können vor dem Hintergrund der beschriebenen Verzögerungen beim Schacht Konrad 10 Jahre Einlagerungsverkürzung das geplante LoK rechtfertigen?

Völlig unbetrachtet bleibt dabei die Weiterentwicklung logistischer Prozesse aus dezentraler Anlieferung etwa durch die Chancen der Digitalisierung in den nächsten 5-10 Jahren.

ZUM MONETÄREN ASPEKT:
Herr Dr. Seeba stellte fest, dass man die Summe von 500 Mio. EUR wohl kaum gegen den Sicherheitsgewinn aus 10 Jahren verkürzter Einlagerung aufwiegen kann.

Dass ein behördlich genehmigtes Endlager höhere Sicherheit bietet, als alle genehmigten Zwischenlager in Deutschland ist nachvollziehbar.
Jedoch stelle ich fest, dass Sie den Sicherheitsgewinn einzelner Regionen durch das schnellere Abtransportieren von leicht- und mittelradioaktiven Abfällen, mit einem in der Konsequenz deutlich höheren Risiko für den LoK-Standort erkaufen.

Wie komme ich zu diesem Schluss?
Mit einer Kapazität von 60.000 m³ nimmt das LoK 20% des Gesamteinlagerungsvolumens Konrad auf (303.000 m³).
Damit ist das LoK kein Logistikzentrum, sondern ein gigantisches Zwischenlager mit Raum für logistische Prozesse.
Nennen Sie es dann bitte auch so! Mein Vorschlag: Giga-ZLoK.

Nur wenn Sie die Dinge beim Namen nennen, können Sie auf Vertrauen in Ihre Pläne hoffen.


01.11.2020 - 14:05 // von Manuel Liebenau                

Sehr geehrter Herr Liebenau,

bereits im Jahr 2018 hat die Entsorgungskommission des Bundes (ESK) festgestellt, dass ein Zentrales Bereitstellungslager als Logistikzentrum für einen optimalen Betrieb des Endlagers Konrad unabdingbar ist. Sie finden die Begründung bereits auf unser Webseite. Grundlage für die Empfehlung der ESK sind zwei wesentliche Punkte:

  1. In den dezentralen Zwischenlagern werden die Abfallbehälter in der Regel im sogenannten First-in-/Last-out-Prinzip aufbewahrt. Dies bedeutet, dass es kaum oder gar nicht möglich ist, Behälter in Lagerreihen hinter der ersten aus dem Lager zu transportieren. Die Einlagerungsbedingungen des Endlagers Konrad unterliegen jedoch einem strengen Regime: Einzulagernde Abfallbehälter müssen speziellen Kriterien entsprechen, sprich: Diese Behälter müssen auf Anforderung des Endlagers aus den dezentralen Zwischenlagern entnommen werden. Angesichts der oben genannten Lagerstruktur ist dies aber nicht möglich. Dabei hilft auch die modernste Logistik nichts, weil die Behälter innerhalb des Zwischenlagers aufgrund des fehlenden Raums zwischen den Behältern nicht rangiert werden können. Eine Auslagerung von Behältern, um dieses Problem zu lösen, ist nur mit dem Logistikzentrum möglich.
  2. Eine den Einlagerungsbedingungen des Endlagers entsprechenden Zusammenstellung der Behälter am Schacht Konrad selber ist dort aufgrund fehlenden Platzes nicht möglich. Die vorhandene Pufferhalle ist dafür zu klein und dient lediglich als Lager, falls es zu Störungen des Einlagerungsbetriebes kommt.

Das Endlager Konrad ist für eine Einlagerungszeit von etwa 30 Jahren ausgelegt, weitere zehn Jahre sind für den sicheren Verschluss (der Bergmann spricht von Verwahrung) vorgesehen. Ein Verkürzung der Einlagerungszeit von bis zu zehn Jahren ist in der Tat in erster Linie nicht, wie von Dr. Seeba in Beverungen dargestellt, unter monetären Gesichtspunkten zu sehen: Es geht in erster Linie um einen Gewinn an Sicherheit, weil der Atommüll deutlich schneller als bisher prognostiziert im Endlager eingelagert werden kann. Nur dort ist er auf Dauer sicher.

Dass das Sicherheitsrisiko damit von den dezentralen auf einen einzigen Standort in einer Region verlagert wird, scheint nur bei oberflächlicher Betrachtung so. Vielmehr handelt es sich beim LoK um eine hochmoderne Einrichtung: Es wird nach den modernsten Sicherungs- und Sicherheitsaspekten errichtet, dies wird die BGZ auch im Genehmigungsverfahren nachweisen müssen. Aufgrund der Beschaffenheit des LoK wird die BGZ dort außerdem sehr viel besser jeden einzelnen Behälter jederzeit kontrollieren können. Die Zahl der Transporte zum und vom Logistikzentrum wird sich zudem nicht erhöhen, sondern durch den Einsatz längerer Züge als beim Transport aus dezentralen Zwischenlagern sogar verringern.

Die verzögerte Inbetriebnahme des Endlagers Konrad hat eine Vielzahl von Gründen. Aus der Verzögerung resultierte unter anderem jedoch erst die Entscheidung, ein Logistikzentrum zu errichten, um die Einlagerungszeit zu verkürzen und den entstandenen Zeitverlust zumindest teilweise zu kompensieren.

Vielen Dank für Ihren Namensvorschlag, aber auch ohne die Bezeichnung „Giga“ haben wir nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass das Logistikzentrum deutlich größer wird als die bisherigen Zwischenlager. Die Gründe dafür sind oben genannt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Warum heuchelt man uns vor, dass Interesse an unserer Meinung besteht. Es scheint ja Ihrerseits beschlossene Sache zu sein, dass das Zwischenlager in Würgassen gebaut werden soll.Da unsere Region kaum Industrie hat,ist es nur sehr traurig,dass die gerade besser werdende Tourismus Branche, darunter leiden wird.
Wir fühlen uns auf jeden Fall verschaukelt!
Edeltraut Wahl
24.10.2020 - 16:56 // von Edeltraut Wahl                

Sehr geehrte Frau Wahl,

seit die BGZ am 6. März dieses Jahres erklärt hat, am Standort Würgassen die Untersuchungen für ein Logistikzentrum Endlager Konrad weiter voranzutreiben, haben wir auf vielfältigem Weg den Diskurs mit der Öffentlichkeit gesucht und über alle unseren Schritte informiert. Dafür zollen uns auch Kritiker*innen des Projekts ihre Anerkennung.

Sie haben Recht, unter neun grundsätzlich in Frage kommenden Standorten für ein Logistikzentrum haben wir uns für Würgassen entschieden und wir gehen nach wie vor davon aus, dass unter diesen neun Standorten Würgassen der geeignetste ist. Ob tatsächlich in Würgassen gebaut wird oder nicht, entscheidet sich jedoch erst in behördlichen Genehmigungsverfahren. Die Anträge dafür werden wir frühestens im zweiten Halbjahr 2021 stellen.

Dass sich der Tourismus im Weserbergland in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat – und zwar trotz zweier Zwischenlager mit Atommüll – ist uns selbstverständlich nicht entgangen. Die BGZ hat dies zum Anlass genommen, die Behauptung, Nuklearanlagen würden die touristische Entwicklung negativ beeinflussen, wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Die Studie finden sie hier. Um es aber vorweg zu nehmen: Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass der Tourismus in einer Region leidet, wenn sich dort ein Zwischenlager mit radioaktiven Abfällen befindet.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Die Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle erfolgt nach Aussagen der BGE in einem
wissenschaftsbasierten, transparenten, sich selbst hinterfragenden und lernenden Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit.

Warum vermisse ich jedes dieser Attribute bei der Standortauswahl für das ZBL?

Denken Sie nicht, dass die Öffentlichkeit mindestens das Recht auf Information und Transparenz haben sollte?

So werde ich den Eindruck nicht mehr los, dass der am schnellsten verfügbare und nicht der beste Standort für das ZBL gefunden werden sollte. Wenn das Ziel der Empfehlung von vornherein feststeht, baue ich Ihnen im Nachhinein eine Scorecard, die zu dem gewünschten Ergebnis führt.
Das ist dann nur noch eine pseudowissenschaftliche Übung.
11.10.2020 - 21:03 // von Manuel Liebenau                

Sehr geehrter Herr Liebenau,

die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle ist nicht mit der Standortauswahl für ein Logistikzentrum für schwach- und mittelradioaktive Stoffe vergleichbar. Bei einem Endlager für hochradioaktive Abfälle geht es um die Suche nach dem bestmöglichen Standort mit einem Sicherheitsnachweis für eine Million Jahre. Hingegen benötigt die BGZ für ihr Logistikzentrum nur einen geeigneten Standort für ein zeitlich auf rund 30 Jahre begrenztes Vorhaben. Insgesamt neun mögliche Standorte hat die BGZ bei ihrer Suche aus einem Pool von insgesamt 28 Flächen als geeignet identifiziert. Schon daraus lässt sich ablesen, dass es keine Fixierung auf einen Standort gab und auch nicht geben konnte.

Im geplanten Logistikzentrum kommen darüber hinaus Technologien und Techniken zum Einsatz, die seit Jahren angewandt werden und entsprechend bewährt sind. Allein mehr als 60 vergleichbare Anlagen – mit natürlich geringeren Dimensionen – sind bereits im Stresstest der Entsorgungskommission des Bundes (ESK) berücksichtigt worden. Zehn neue Anlagen wurden in den vergangenen zehn Jahren von den Behörden in Deutschland genehmigt und sind anschließend gebaut sowie in Betrieb genommen worden. Diese Zwischenlager werden ständig überwacht; Korrekturen am Betrieb oder der eingesetzten Technik sind jederzeit möglich – ganz im Gegensatz zu einem Endlager für hochradioaktive Abfälle.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Wie bewerten Sie die Strahlenbelastung durch den Betrieb des ZBL für die anliegende Bevölkerung in Würgassen?

Im ZBL werden vor Abtransport zum Endlager Konrad Abfallbehälter geöffnet um Drucklosigkeit zu überprüfen bzw. herzustellen und evtl. vorhandene Flüssigkeiten zu entfernen / das Dichtsystem zu überprüfen.
Nach Ihren Angaben wird die Luft in diesen Bearbeitungsräumen abgesaugt und gefiltert.

Bitte beschreiben Sie technisch den Filterungsprozess sowie die Überwachung der Abluft.

Mit welcher zusätzlichen Strahlenexposition in mSv/a muss die Bevölkerung von Würgassen durch Abluft und Abwasser aus dem ZBL rechnen.
Vergessen Sie dabei nicht, dass sich die Strahlenbelastung addiert zur der auftretenden Strahlenbelastung aus Transport und Arbeitstätigkeit im ZBL (schließloch wollen Sie ja auch 100 dauerhafte Arbeitsplätze in der Region schaffen).
11.10.2020 - 20:35 // von Manuel Liebenau                

Sehr geehrter Herr Liebenau,

die BGZ hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass das Unternehmen durch technische und logistische Maßnahmen sicherstellen wird, dass die vom Logistikzentrum ausgehende Strahlung bereits am Zaun der Anlage im Schwankungsbereich der natürlichen Hintergrundstrahlung liegt.

Die Bearbeitungsbereiche, bestehend aus Zugangsbereich und Caissons, werden über separate Lüftungsgeräte be- und entlüftet. Die Abluft der Bearbeitungsbereiche wird gefiltert, messtechnisch überwacht und gemeinsam mit der Abluft aus den Lager- und Verladebereichen als Fortluft nach außen abgeführt. Die Aktivitätskonzentrationen in der Abluft liegen so niedrig, dass keine genehmigungspflichtigen Ableitungen aus dem LoK auftreten. Derartige Filteranlagen werden an vielen Standorten von Atomkraftwerke bereits seit vielen Jahren genutzt. Darüber hinaus werden pro Tag an nicht mehr als an ein bis zwei Abfallbehältern die beschriebenen  1-2-3-Maßnahmen durchgeführt.

Betriebsabwässer fallen nur außerhalb der Kontrollbereiche an und können daher konventionell entsorgt werden.

Die Beschreibung der technischen Prozesse im Logistikzentrum sind – soweit bereits entsprechend geplant – im Standortspezifischen Konzept nachzulesen. Sie finden es unter diesem Link als downloadbares PDF auf der Website www.logistikzentrum-konrad.de.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

 

In de FAQs schreiben Sie, dass sich die radioaktive Belastung in Würgassen und der Region nicht erhöht.
Wie kommen Sie zu diesem Schluss?

Durch den Transport des radioaktiven Abfalls nach Würgassen und entlang der Routen wird die Strahlenbelastung der anliegenden Bevölkerung de facto erhöht. Auch für den Fall, dass die durch die Transporte verursachte Strahlenbelastung geringer als die natürliche Strahlung ist, wirkt sie dennoch zusätzlich. Damit erhöht sich das Risiko von stochastischen Strahlenschäden, denn mit jeder zusätzlichen Exposition erhöht sich das Risiko für Krebs- und Leukämieerkrankungen unabhängig von der Unterschreitung von Dosisschwellenwerten.

Mit welcher Strahlendosis im Jahr rechnen Sie für die Bevölkerung (direkte Anwohner des ZBL, geschlossene Wohnbebauung) bei einem Transport über Schiene und Straße?
Wie berücksichtigen Sie in diesen Analyse die zusätzliche Belastung durch Staus/Streckensperrungen? Beispielsweise Durchfahrt durch Beverungen?

Wie hoch sind die Ortsdosisleistungen an der Oberfläche in unterschiedlichen Abständen zu den Transportbehältern (Alltagszustände, etwa aufgrund einer roten Ampel hinter dem LKW)?

Mit welchen radiologischen Charakterisierungen der Abfallgebinde rechnen Sie dabei? Diese werden recht unterschiedlich ausfallen, sonst könnten Sie sich das Logistikzentrum vor Einlagerung in Schacht Konrad sparen. Welche Maximalwerte an Strahlung dürfen Konrad-Gebinde maximal aufweisen?
11.10.2020 - 20:23 // von Manuel Liebenau                

Sehr geehrter Herr Liebenau,

zu 1: Zum Schutz der Bevölkerung sind im Strahlenschutzgesetz und in der Strahlenschutzverordnung Dosisgrenzwerte festgelegt. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden wir die Einhaltung aller gesetzlichen Grenzwerte selbstverständlich nachweisen. Ergänzend werden wir durch technische Maßnahmen sicherstellen, dass - über die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte hinaus - bereits an unserem Geländezaun die ionisierende Strahlung im Schwankungsbereich der natürlichen Hintergrundstrahlung liegen wird. Während des Betriebs wird die Strahlenbelastung am Geländezaun regelmäßig gemessen. Diese Ergebnisse werden veröffentlicht.

Grundsätzlich ist es richtig, dass sich Strahlenbelastungen addieren. Darum hat der Gesetzgeber im Strahlenschutzgesetz entsprechende Grenzwerte vorgeschrieben. Dadurch, dass die ionisierende Strahlung bereits am Geländezaun des LoK im Schwankungsbereich der natürlichen Hintergrundstrahlung liegt, können wir eine gesundheitsgefährdende Strahlenbelastung für die Anwohner*innen durch den Betrieb des Logistikzentrums Konrad (LoK) ausschließen.

Zu 2 und 3: Der Transport schwach- und mittelradioaktiver Stoffe ist Alltagsgeschäft in Deutschland, rund eine halbe Million dieser Transporte findet jährlich statt. Zur Untersuchung und Bewertung der mit der Abfallanlieferung zum Endlager Konrad verbundenen potenziellen Strahlenbelastung wurde durch die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) bereits 2009 eine umfangreiche Studie (Transportstudie Konrad) erstellt. Die Ergebnisse und die zugrunde gelegten Transportmodalitäten (u.a. Verkehrsaufkommen) sind ausführlich in der o.g. Studie erläutert, die Sie auf der Website https://www.grs.de/sites/default/files/pdf/GRS-256%20-%20Corr.pdf finden können. Diese Studie hat gezeigt, dass die in der Region des Endlagers Konrad stattfindenden Abfalltransporte kein radiologisches Risiko für die Anwohner*innen darstellen, da die Strahlenexposition in der Endlagerregion durch die Abfalltransporte praktisch nicht verändert wird. Diese Feststellung lässt sich auf das LoK übertragen, da es sich um die selben Abfälle handelt. 

Zu 4: In der oben erwähnten Transportstudie Konrad wurde für die Dosisberechnung der Anwohner*innen der Hauptanlieferungsstrecken generell ein unabgeschirmter Aufenthalt einer permanent im Freien anwesenden Person unterstellt und entsprechende Dosisbeiträge durch sämtliche Abfalltransporte während der Vorbeifahrt in verschiedenen Abständen berücksichtigt. Zusätzlich wurden bei einem Teil der Abfalltransporte auch verkehrsbedingte Haltezeiten z. B. an Verkehrsampeln oder an Bahnsignalen unterstellt. Die durchgeführten Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Strahlenbelastung der Anwohner*innen praktisch nicht verändert, da die zu erwartende beförderungsbedingte Strahlenbelastung nur einen Bruchteil der natürlichen Strahlenexposition beträgt. Wie schon erwähnt, lassen sich diese Feststellungen auf das LoK übertragen, da es sich um die selben Abfälle handelt. Die im Einzelnen ermittelten Zahlenwerte sind in der Transportstudie Konrad aufgeführt, die über die o.g. Website zugänglich ist.

Zu 5: Das ist richtig. Die Diversität der verschiedenen schwach- und mittelradioaktiven Abfälle ist ein Grund für die Notwendigkeit des LoK. Im LoK werden die Abfallgebinde gemäß den Anforderungen des Planfeststellungsbeschlusses Konrad zu passgenauen, für die optimierte Einlagerung im Endlager Konrad benötigten, Chargen zusammengestellt. Es wird ausschließlich mit Abfallgebinden umgegangen, die die Endlagerungsbedingen Konrad erfüllen. Daher befinden sich alle Abfälle, die in das Logistikzentrum kommen werden, sicher verpackt in endlagerfähigen Spezialbehältern. Die Endlagerungsbedingungen Konrad sind auf der Website https://www.bge.de/fileadmin/user_upload/Konrad/Wesentliche_Unterlagen/Endlagerungsbedingungen_Konrad/Endlagerungsbedingungen_Konrad_Stand_12_2014.pdf zu finden. Dort sind die einzuhaltenden Aktivitäten für die verschiedenen Radionuklide und Radionuklidgruppen pro Abfallgebindetyp genannt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Guten Tag,

das Westfalenblatt berichtet, dass das Baugutachten einen Mangel des Untergrundes festgestellt hat und dass die Lagerhalle auf Säulen errichtet werden muss! Ist das korrekt?

Mfg

M.Pennewiss
01.10.2020 - 14:17 // von Martina Pennewiss                

Sehr geehrte Frau Pennewiss,

ein Artikel des Westfalenblattes zum Baugrund in Würgassen ist uns nicht bekannt. Wir würde Sie daher bitten, uns ggf. einen Link zur Verfügung zu stellen. Möglicherweise verwechseln Sie dies mit einem Beitrag in der Neuen Westfälischen Zeitung zum Thema Baugrunduntersuchung am Standort des geplanten Logistikzentrums.

In diesem Artikel ist allerdings nicht von einem Mangel des Untergrunds die Rede, wie von Ihnen unterstellt; zumal es in der Geologie den Begriff eines mangelhaften Untergrundes nicht gibt. Sondern im Artikel wird korrekt dargestellt, dass der Baugrund der der Schwierigkeitsklasse 2 von insgesamt drei Schwierigkeitsklassen beim Gründen von Bauwerken entspricht. Solche Untergründe sind gerade an Flüssen und Bereichen ehemaliger Ursturmtäler, aber auch in allen eiszeitlich geprägten Gebieten vorhanden – und damit in weiten Teilen Deutschlands.

Die BGZ will daher für die geplante Halle des Logistikzentrums das nötige Fundament auf Bohrpfählen gründen, wie die Neue Westfälische es ebenfalls richtig darstellt. Diese Technik ist etabliert und wird derzeit etwa beim Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide (Brandenburg) oder beim Bau des neuen Zerlegezentrums der Entsorgungswerke für Nuklearanlagen (EWN) in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) angewandt. Ausführlich wird dies auch im Baugrundgutachten erläutert, das Sie auf unserer Website http://www.logistikzentrum-konrad.de unter der Rubrik Wissen und Dokumente finden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Bitte wo sind die neuen Dokumente? Baugrundgutachten, oder was auch immer. Diese wurden in der Presse als bei Ihnen im Portal einsehbaren Dokumente angekündigt.
Mfg
M.Pennewiss
24.09.2020 - 10:44 // von Martina Pennewiss                

Sehr geehrte Frau Pennewiss,

das Bodengutachten sowie das standortspezifische Konzept zum geplanten Logistikzentrum Konrad finden Sie auf der Website zum Logistikzentrum unter dem Reiter „Wissen“: https://logistikzentrum-konrad.de/weitere-informationen. Die Dokumente stehen etwas weiter unten auf der Seite.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

 

Wie stark nimmt die Strahlung über eine Entfernung ab? % pro km oder ähnliches.

Wie weit wäre mittelradioaktive Strahlung, wenn sie austreten sollte, gesundheitsschädlich?
14.09.2020 - 11:48 // von Ohne Angabe                

Sehr geehrte(r) Fragestellende(r),

vielen Dank für Ihre Teilnahme an unserer Postkartenaktion.

Die Wirkung von ionisierender Strahlung auf den menschlichen Körper hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist vor allem die Art der Strahlung, die auf den Körper wirkt. Alpha-Strahlen etwa werden bereits durch ein Blatt Papier oder die menschliche Haut abgeschirmt und wechselwirken daher nicht mit tieferen Körperstrukturen. Bei Beta-Strahlung ist entscheidend, welches radioaktive Nuklid die Strahlung aussendet. Generell lässt sich aber sagen, dass Beta-Strahlen bereits nach wenigen Zentimetern oder Metern von der Luft abgeschirmt werden und von außen nur in die äußeren Hautschichten eindringen können. Diese beiden Strahlungsarten werden vollständig durch die Behälterwandung abgeschirmt und wirken daher weder auf die Beschäftigten des LoK noch auf die Umgebung ein.

Gamma-Strahlung – vergleichbar mit Röntgenstrahlung – hingegen kann den menschlichen Körper durchdringen. Weiterführende Informationen erhalten Sie auf den Seiten des Bundesamtes für Strahlenschutz. Die Intensität der Gamma-Strahlung sinkt nach dem Abstandsquadratgesetz auf ein Viertel, wenn sich der Abstand zur Strahlungsquelle verdoppelt. Die Strahlungsintensität verringert sich also umgekehrt proportional zum Abstand im Quadrat.

Ein Beispiel: Wird im Abstand von einem Meter zur Strahlungsquelle noch ein Strahlungswert von 20 Mikrosievert pro Stunde gemessen, beträgt der Strahlungswert bei einem Abstand von zwei Metern zur Strahlungsquelle noch ein Viertel des ursprünglichen Wertes – also fünf Mikrosievert pro Stunde. Das liegt daran, dass die Strahlung sich gleichmäßig von einem Punkt ausgehend kugelförmig im Raum verteilt.

Die BGZ wird durch technische und logistische Maßnahmen sicherstellen, dass bereits am Anlagenzaun die vom Logistikzentrum ausgehende Strahlung nur noch im Bereich der natürlichen Hintergrundstrahlung liegt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

In der Sitzung des Rates der Stadt Beverungen v. 25.6.20 wurde einstimmig ein CDU Antrag beschlossen, nach dem im Rahmen der kommunalen Planungshoheit die Flächen im Sondergebiet des ehemaligen AKW Würgassen zur Ansiedlung von Gewerbesteuer zahlenden Unternehmen verwendet werden sollen.
Frage: Welche Auswirkung hat dieser Beschluß auf das LoK, sofern die Überplanung in Abstimmung mit den zu beteiligenden Behörden genehmigt wird ?
24.07.2020 - 12:51 // von BadKarlshafen-forum.de                

Sehr geehrte*r Fragestellende*r,

die BGZ respektiert selbstverständlich die kommunale Selbstverwaltung sowie damit einhergehende Beschlüsse von Kommunalparlamenten und kommentiert diese daher normalerweise nicht. Da Sie aber explizit nach möglichen Auswirkungen des Beschlusses auf die Planungen des Logistikzentrums fragen: Nein, die BGZ erwartet keine Auswirkungen auf ihr Vorhaben. Hinsichtlich der Zielsetzung des Beschlusses des Stadtrates, nur Unternehmen anzusiedeln, die Gewerbesteuer zahlen, ist folgendes festzustellen: Wir haben frühzeitig erklärt, dass Gewerbesteuereinnahmen von der BGZ nicht zu erwarten sind. Die BGZ ist kein klassischer Gewerbebetrieb, in dem etwas produziert und verkauft wird. Wir sind ein Unternehmen des Bundes und haben die Aufgabe, nukleare Abfälle so lange sicher zu lagern, bis sie in ein Endlager kommen können. Wir erwirtschaften insofern auch keine Gewinne.

Gleichwohl ist uns bewusst, dass die Gemeinde Beverungen mit dem Bau des Logistikzentrums auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung übernimmt und Lasten im Zusammenhang mit dem Atomausstieg für die Allgemeinheit schultert. Ein solcher Lastenausgleich könnte z.B. über einen Ansiedlungsvertrag mit der Kommune geregelt werden. Vergleichbare Ansiedlungsverträge bestehen bereits mit den Kommunen Ahaus und Gorleben, die jeweils Standorte zentraler BGZ-Zwischenlager für radioaktive Abfälle sind.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team

Es wäre sehr zu begrüssen, wenn die BGZ zum frühest möglichen Zeitpunkt mitteilt, dass für den Standort Würgassen die weitere Planung zunächst eingestellt wird und gleichzeitig ein neues Standortsuchverfahren beschleunigt auf einer objektiveren und fundierteren Grundlage stattfindet. Parallel dazu sollte die dezentrale Anlieferung ohne ein Logistikzentrum neu bewertet werden und als alternative Option bestehen bleiben. Zudem wäre die 100%ige Zusicherung, dass Schacht Konrad alle atomaren Rückstände, wie vorgesehen, aufnehmen kann, eine wichtige vertrauensbildende Massnahme seitens der Politik, BGZ etc. D.h. Die Öffentlichkeit bekommt die Zusicherung, dass diese Rückstände weder insgesamt, aber auch nicht anteilig an einem Ort oberirdisch auf Dauer gelagert werden. Wäre es möglich, dies endlich und frühzeitig der Öffentlichkeit von berufener Stelle aus mitzuteilen? Auch hier auf diesen Seiten? Mit besten Grüßen, AA
10.07.2020 - 10:28 // von A.A.                

Sehr geehrte(r) AA,

die BGZ hat in einem mehrstufigen Auswahlverfahren 25 Standorte in Bundesbesitz und drei Standorte an ehemaligen und in Betrieb befindlichen Kernkraftwerksstandorten überprüft. Dabei wurden die Kriterien der Entsorgungskommission des Bundes sowie von der BGZ aufgestellte Kriterien zugrunde gelegt. Neun der insgesamt 28 überprüften Flächen erwiesen sich als grundsätzlich geeignet. Unter diesen neun Standorten erwies sich das Gelände am ehemaligen KKW Würgassen am geeignetsten. Den Auswahlprozess samt Standortempfehlung sowie die gutachterliche Überprüfung durch das Öko-Institut im Auftrag des Bundesumweltministeriums finden Sie auf unserer Internetseite www.logistikzentrum-konrad.de/wissen.

BGZ und Bundesumweltministerium sind sich darüber einig, dass aufgrund des Auswahlprozesses und der gutachterlichen Empfehlung die Untersuchung des Standortes Würgassen vorangetrieben wird mit dem Ziel, frühestens im zweiten Halbjahr 2021 in ein Genehmigungsverfahren einzusteigen. Die BGZ beabsichtigt daher nicht, die Planungen für den Standort Würgassen einzustellen oder ein neues Verfahren zur Standortsuche zu starten.

Die dezentrale Anlieferung aus den Zwischenlagern für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zum Endlager Konrad ist grundsätzlich möglich. Dieses Verfahren ist jedoch mit hohen zeitlichen Risiken behaftet, die der Situation in den Zwischenlagern und am Endlager selbst geschuldet sind. In den Zwischenlagern sind die Abfallbehälter nach dem First-in-last-out-Prinzip eingelagert. Das bedeutet, dass ein Zugriff auf bestimmte Behälter nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist. Das Endlager Konrad wiederum benötigt aufgrund einer komplizierten Einlagerungslogistik, die von zahlreichen Faktoren der einzulagernden Abfälle abhängig ist, eine kontinuierliche Anlieferung von passgenauen Chargen an Abfallbehältern. Eine entsprechende Sortierung der Behälter am Schacht Konrad selber ist nicht möglich. Das Logistikzentrum beseitigt diese logistischen Probleme sowohl an den dezentralen Zwischenlagern als auch am Endlager selber: Die Zwischenlager werden kontinuierlich geleert und die Abfallbehälter ins Logistikzentrum gebracht. Dort werden sie den Anforderungen des Endlagers Konrad entsprechend passgenau zusammengestellt und just in time zur sofortigen Einlagerung unter Tage ans Endlager geliefert.

Dieses System sichert eine zügige und kontinuierliche Belieferung des Endlagers und kann so einen möglichst störungsfreien Einlagerungsbetrieb in zwei Schichten sicherstellen. Dies wiederum verkürzt die bislang auf 30 Jahre prognostizierte Einlagerungszeit, was einen Gewinn an Sicherheit für uns alle bedeutet.

Das Endlager Konrad ist seit 2007 abschließend genehmigt und soll im Jahr 2027 in Betrieb gehen. Vom Baufortschritt können Sie sich auf der Internetseite unserer Schwestergesellschaft BGE überzeugen. Das Endlager ist für 303.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle genehmigt. Dies entspricht der Abfallmenge, die beim Betrieb und beim Rückbau deutscher Atomkraftwerke sowie in Forschung, Industrie und Medizin angefallen ist. Diese Informationen können Sie auf den Internetseiten des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr BGZ-Team