Konzept

Kurz und knapp

  • Logistikzentrum für das Endlager Konrad mit einer Lagerkapazität von bis zu 60.000 Kubikmeter
  • Sobald das Endlager Konrad befüllt ist und geschlossen wird, geht auch das LoK außer Betrieb
  • Kürzere Betriebszeit des Endlagers Konrad
  • Führt im Endeffekt zur schnelleren Räumung von Zwischenlagern in ganz Deutschland

Konzept

Das Logistikzentrum für das Endlager Konrad (LoK) ist eine Einrichtung, in der schwach- und mittelradioaktive Abfälle (LAW/MAW) zusammengeführt und für die Endlagerung bereitgestellt werden. Die Abfälle, die aus Betrieb, Stilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken sowie aus den Bereichen Medizin, Forschung und Gewerbe stammen, werden dort so zusammengestellt, wie sie vom Endlager Konrad abgerufen werden.

Ein großer Teil des Betriebsgeländes besteht aus einer Stahlbetonhalle sowie aus separaten An- und Abtransportbereichen mit Gleis- und Straßenanschluss.

Die Stahlbetonhalle ist in mehrere Hallenschiffe, zwei Verladebereiche sowie in einen gesonderten Bearbeitungsbereich unterteilt. Die Lagerkapazität der Hallen wird für bis zu 60.000 Kubikmeter ausgelegt sein. An das Lagergebäude werden sich als Anbau ein Betriebsgebäude sowie eine Wetterschutzhalle für die Lagerung von Transport-Equipment anschließen. Im Betriebsgebäude werden u. a. technische Einrichtungen (z. B. Stromversorgung, Lüftungsanlagen) untergebracht.

An- und Abtransport der Abfälle werden räumlich voneinander getrennt. Deshalb werden separate Bereiche mit Gleis- und Straßenanschluss sowie jeweils einer Krananlage geplant. Auf dem Betriebsgelände werden zudem eine Werkstatt, ein Lokschuppen, eine Unterstellhalle für Fahrzeuge, ein Bürogebäude mit Archiv, Regenwasserauffangbecken, Park- bzw. Abstellplätze für Lkw und Pkw sowie ein Wachgebäude mit Lkw- und Pkw-Schleusen für Fahrzeuge errichtet. Umgeben wird das Gelände von einer Zaunanlage.

Das LoK wird seinen Betrieb mit dem Beginn des Einlagerungsbetriebs im Endlager Konrad im Jahr 2027 aufnehmen. Die Anlage wird dabei lediglich solange benötigt, bis der Einlagerungsbetrieb im Endlager Konrad abgeschlossen ist. Anschließend kann es entweder für einen anderen (nicht nuklearen) Zweck genutzt werden,
z.B. für Gewerbezwecke, oder es wird von der BGZ vollständig zurückgebaut.

Das Logistikzentrum (schematische Darstellung)

Schematische Darstellung des Logistikzentrums für das Endlager Konrad

Vorteile

Durch das LoK wird der Gesamtprozess der Entsorgung der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle optimiert und damit zeitlich verkürzt. Dies führt im Einzelnen zu folgenden Effekten:

  • Das LoK verkürzt den Einlagerungsbetrieb für das Endlager Konrad

    Mit dem Logistikzentrum in Würgassen wird der Prozess der Entsorgung von schwach- und mittelradioaktivem Abfall im Endlager Konrad vereinfacht und beschleunigt. Das ist ein Gewinn an Sicherheit für alle. Denn nur ein unterirdisches Endlager wie Konrad bietet die Gewähr, diese Abfälle dauerhaft ohne Gefahr für Mensch und Umwelt zu lagern.
  • Das LoK führt im Endeffekt zu einer schnelleren Räumung der Zwischenlager

    Die für das Endlager Konrad bestimmten radioaktiven Abfälle müssen nach einer Vielzahl von Parametern (z. B. Wärmeentwicklung, Behälterform, Größe, Radioaktivität) ausgewählt und zu passgenauen Chargen (Einlagerungschargen) zusammengestellt werden (Endlagerungsbedingungen Schacht Konrad).
    Eine solche Zusammenstellung von Einlagerungschargen für das Endlager Konrad ist an den Zwischenlagerstandorten nicht oder nur mit hohem zeitlichen sowie hohem logistischen Aufwand möglich, da dort die verpackten Abfälle häufig nicht direkt zugänglich sind. In das LoK können die einzelnen Zwischenlager ihre endlagerfähigen Abfälle ohne Beschränkungen direkt anliefern.

Schematische Darstellung der Abläufe

Schematische Darstellung der Abläufe im Logistikzentrum

 

Standortunabhängiges Konzept

Zweck des hier veröffentlichten „standortunabhängigen Konzepts“ ist es, die einzelnen Bereiche des LoK mit ihren Funktionen und technischen Ausstattungen zu beschreiben.  

Das standortunabhängige Konzept ist also wichtiger Teil der Vorplanungen. Es ist in mehreren Etappen entstanden und wurde regelmäßig ergänzt. Bei der hier veröffentlichen Version handelt es sich um das Abschlussdokument inklusive Anhang.

Dieses technische Konzept wird nun auf den Standort Würgassen angepasst und weiterentwickelt.