Schacht Konrad: Ein Erzlager wird Endlager

Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter ist das erste nach Atomrecht genehmigte Endlager in Deutschland. Das ehemalige Eisenerzbergwerk wird zu einem Endlager umgebaut, damit bis zu 303.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert werden können.

Konrad war zwischen 1965 und 1976 ein Bergwerk zur Gewinnung von Eisenerz. Die Förderung rentierte sich aber nicht und die Förderung wurde Mitte der 1970er Jahre schließlich eingestellt.

Zu dieser Zeit gab es auch die ersten Überlegungen, das Bergwerk zukünftig als ein Endlager für radioaktive Abfälle zu nutzen. Die Untersuchung der Grube durch die damalige Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung, dem heutigen Helmholtz Zentrum München, dauerte von 1975 bis 1982. Die damals für die Endlagerung zuständige Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) beantragte 1982 schließlich die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens. 1992 fand der Erörterungstermin statt, zu dem etwa 290.000 Einwendungen eingingen, die das mittlerweile gegründete Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zu 950 Sachthemen bündelte. Den Planfeststellungsbeschluss erteilte das Niedersächsische Umweltministerium im Jahr 2002.

Kommunen, Landkreise, Kirchen und Privatpersonen reichten insgesamt acht Klagen gegen den Beschluss ein, die 2006 vom Oberlandesgericht in Lüneburg abgewiesen wurden. Eine Revision war nicht zugelassen. Im März 2007 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das Urteil. Der Planfeststellungsbeschluss wurde damit 30 Jahre nach den ersten Untersuchungen gerichtlich bestätigt und kann seither umgesetzt werden.

Im Januar 2008 erfolgte die Zulassung des Hauptbetriebsplans durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen (LBEG), der die notwendigen bergmännischen Arbeiten ermöglicht, die für den Umbau der Schachtanlage Konrad zu einem Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle grundlegend sind. Seit dem 25. April 2017 trägt die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) die Verantwortung für das Endlager Konrad, die vorher beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) lag. Die Grundlage für den Betreiberwechsel stellte das „Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung“ dar, das am 30. Juli 2016 in Kraft trat.

Das Endlager soll im Jahr 2027 seinen Betrieb aufnehmen.

Weitere Informationen zum Endlager Konrad finden Sie bei der BGE Bundesgesellschaft für Endlagerung unter www.bge.de/de/konrad/